Gedanken in Zeiten der Krise

Gedanken in Zeiten der Krise (von Pfarrer Eberhard Hoppe)

Vielleicht kennen Sie das auch? Plötzlich schießt einem ein Gedanke durch den Kopf: Mein Gott, warum gerade jetzt noch das? Das ich das noch erleben muss? Mir bleibt aber auch nichts erspart!

Warum, Gott, gibt es die Corona-Pandemie? Das braucht doch wirklich niemand?

Und dabei können wir doch gar nichts dafür? Womit haben wir das verdient?

Solche oder ähnliche Fragen und Gedanken bewegen uns nicht nur in Zeiten der Corona-Krise. Solche Fragen kommen immer wieder auf, wenn es nicht so läuft, wie wir es erwarten: Krankheit, Sorgen, Not, Unfall, Schicksal, Naturkatastrophen, um nur mal einige Anlässe zu nennen. Sie wühlen uns auf, passen nicht in den Kram!

Und dann bleibt doch die Frage: Warum lässt Gott das zu?

Gut, ich weiß es auch, dass es keine Patentantwort darauf gibt!

Und doch schildert uns die Bibel an verschiedenen Stellen Gedanken von Menschen, die mit Gott im Gespräch waren – und da können wir einiges lernen.

Zunächst einmal ist es ja noch gar nicht geklärt, ob nicht doch auch menschliches Versagen oder Missbrauch der Natur die eigentliche Ursache der Pandemie sind. Keine Verschwörungstheorien möchte ich schüren. Aber offen bleibt die Frage nach der Ursache immer noch.

Und doch, auch wenn wir sie lösen könnten, hilft es wirklich nicht weiter.

Denn viele, die es betrifft, haben mit den Ursachen nichts zu tun. Also bleibt die Frage an Gott unverändert bestehen.

Hiob zum Beispiel, philosophiert mit seinen drei Freunden tagelang darüber, warum Gott eventuell Hiob strafen könnte, was Hiob ausgefressen haben könnte, oder wo Gott sich angegriffen gefühlt habe durch Hiob. Doch alles ohne Ergebnis.

Am Ende muss Hiob erkennen, dass er Gott erst in der Not richtig erfahren hat. Ansonsten konnte man gut über Gott reden, aber eigentlich war man dabei fern von Gott.

Gott also sucht gar keinen Grund, keine Ursache.

Not und Elend – egal, was die Ursachen sind, sollen uns klar machen, dass gute Tage keineswegs „normal“ sind. Sie sind etwas Besonderes.

Gesundheit ist nicht „normal“. Gesundheit ist ein hohes Gut, ein wertvoller Schatz, den es gilt zu pflegen und zu hegen. Reichtum ist nicht unsere Leistung. Es ist ein Geschenk von Gott. So ein Wenig ist das Erntedankfest noch geblieben, um uns daran zu erinnern: „Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land, doch Wachstum und Gedeihen liegt in des Herren Hand.“

Und was machen wir jetzt mit dieser Sicht der Bibel? Gott lädt uns ein, ganz einfach dankbar zu sein! Jeder Tag, den wir aufwachen dürfen, ist ein Geschenk von Gott. Jeder Mensch, der es gut mit uns meint, ist eine freundschaftliche Geste Gottes. Jedes Essen, das uns schmeckt, ist ein Geschenk von Gott.

Verdient? Zugegeben: Wir haben dafür gearbeitet. Das haben andere aber auch – und deren Ergebnis ist manchmal erheblich schlechter.

„Danke Gott, für meine Gesundheit, auch wenn Sie manchmal angeschlagen ist.

Danke für die Güter, die Du uns schenkst. Danke für alles, was wir an Segen von Dir erfahren dürfen. Dir sein Lob und Ehre. Amen.“

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