Mittsommer-Andacht am Segelfliegerhang

Mittsommer-Andacht am Segelfliegerhang

Jesus muss wachsen, ich aber muss abnehmen.“ (Johannes 3, 30)

Ein besonderer Gottesdienst fand am Abend des 24. Juni am Segelfliegerhang in Hirzenhain statt. Es war der erste Gottesdienst in Gemeinschaft nach Wochen der Einschränkungen bedingt durch das Coronavirus. Und auch wenn der Ausnahmezustand noch nicht vorüber ist, so konnten die Simmersbacher und Hirzenhainer Kirchengemeinden doch endlich wieder zu einem Gottesdienst zusammenkommen. Auf der Wiese am Segelfliegerhang war für die zahlreichen Besucher und Besucherinnen genügend Platz, um die vorgegebenen Abstandsregelungen einzuhalten.

Bei schönstem Wetter begann die Mittsommer-Andacht, die von den Pfarrern Michael Brück und Eberhard Hoppe gemeinsam gehalten wurde. Dafür läuteten abends um 21 Uhr die Kirchenglocken in Simmersbach, Hirzenhain und Hirzenhain-Bahnhof, was auch am Segelfliegerhang gut zu hören war. Musikalisch wurde der Gottesdienst von den Posaunenchören Hirzenhain und Simmersbach begleitet.

Thema der Mittsommer-Andacht war ein Satz von Johannes dem Täufer – genauer gesagt, war es der letzte Satz, der von ihm in der Bibel gesagt wird: „Jesus muss wachsen, ich aber muss abnehmen.“ (Johannes, 3, 30). Dieser Satz war natürlich nicht zufällig das Thema der Predigt: Am 24. Juni wird nämlich der Johannistag gefeiert, der Tag der Geburt Johannes des Täufers. Ein weiteres Ereignis, das in diese Zeit fällt, ist die Sommersonnenwende. Obwohl sie den Anfang des Sommers kennzeichnet, werden die Tage ab diesem Zeitpunkt langsam aber stetig wieder kürzer. So passte das Thema der Mittsommer-Andacht sowohl zur Person Johannes des Täufers als auch zum Verlauf des Jahres, dessen Mitte nun erreicht war.

So wie Johannes der Täufer den Weg für Jesus frei macht und sich selbst zurück nimmt, so gibt es auch in unserem Leben Zeiten des Wachsens und Zeiten des Abnehmens. Das ist der natürliche Lauf der Dinge, was die Sommersonnenwende ebenfalls anschaulich zeigt. Denn auch in der Natur ist damit die Zeit des Wachsens vorerst zu Ende und die Zeit des Reifens beginnt, so dass eine reiche Ernte entstehen kann. Daran erinnert der Johannistag: Dinge dürfen zu Ende gehen und neue Lebensabschnitte dürfen beginnen – möglicherweise entdecken wir dabei ganz neue Möglichkeiten. Auch wenn Johannes den Blick auf die Begrenzungen unseres Lebens lenkt, so lenkt er unseren Blick auch auf Gott, der unserem Leben Halt und Orientierung schenken will. So werden zwar von nun an die Tage wieder kürzer, dafür kommt uns Gottes Tag entgegen.

Während der Mittsommer-Andacht wurde es allmählich dunkler und mit dem letzten Stück der beiden Posaunenchöre verschwand die Sonne am Horizont.

Dies war dann auch nicht der letzte Gottesdienst, der diesen Sommer im Freien stattfand, denn unter den aktuellen Umständen ist dies eine gute Alternative zum normalen Gottesdienst in der Kirche – so kündigten es Pfarrer Brück und Pfarrer Hoppe zum Abschluss der Mittsommer-Andacht an. Die Andacht wurde außerdem aufgezeichnet und kann unter www.kirche-eschenburg.de noch angeschaut werden. Dort befinden sich auch weitere Aufzeichnungen von Gottesdiensten, die in den letzten Wochen stattfanden und es kommen ständig neue hinzu.

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